Altvater in Oberschwaben

Familienforscher sind ein merkwürdiges Völkchen. Häufig im Stillen mit Papier und Bleistift unterwegs ohne den Drang nach Veröffentlichung zu verspüren. Andere wiederum nehmen gerne die Angebote kommerzielle Anbieter wahr und hoffen, sensationelle Verbindungen zu entdecken. Wie in einem vorangegangenen Artikel beschrieben, kann die Sache statt sensationell auch seltsam werden.

Unabhängige Online Genealogie

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Natürlich gibt es auch Zeitgenossen, die an dem großen Entwurf einer Familienchronik in Buchform arbeiten. In der Regel geht das für den eigenen Stammvater und dessen Nachfahren recht gut. Die Beschreibung einer breit angelegten Familienforschung mit den Nachfahren aller Vorfahrenzweige und mit 10 oder mehr Generationen wird aber meist scheitern. Es stellt sich häufig auch die Frage, ob die eigene Familienforschung überhaupt fertig ist. Üblicherweise ist sie das nie und deshalb wird auch das Buchmanuskript nie fertig.

Wir können deshalb immer nur einen vorläufigen Stand unserer Recherchen präsentieren und unterlassen aus Unsicherheit eine vermeintlich nicht vollständige Veröffentlichung. Auch bei mir ist eine Familienchronik in Arbeit, wird aber nicht vordringlich behandelt. Denn meine vollständige Genealogie ist online verfügbar. Damit nehme ich einen gewissen Schreibdruck weg von der Chronik und kann mich vermehrt um Detailprojekte kümmern. Aufgegeben ist die Chronik dennoch nicht.

Jetzt wird es Zeit mitzuteilen, wie meine Familienforschung erreichbar ist. Einerseits ist der Hyperlink in der Seitenleiste rechts im zweiten grau unterlegten Block von oben zu finden. Wer es jetzt eilig hat, meine Ergebnisse zu sehen, der darf auch gerne gleich dahin. Der Link öffnet einen neuen Tab oder ein neues Fenster, je nachdem wie ihr euren Browser eingestellt habt.

Netzwerken

Klassisch bildet sich ein Forschernetzwerk in Vereinen. Je lokaler die Ausrichtung eines Vereins, umso eher wird man wertvolle Hinweise zu seiner eigenen Familienforschung erhalten. Meist finden sich auch versierte Lokalhistoriker in den Vereinen, die einem bei Detailfragen zu Ortsgeschichten kompetent weiter helfen können. Bewusst verwende ich den Begriff Lokalhistoriker, um die Kompetenz dieser Personen herauszustellen. Das Wort Heimatforscher transportiert dies meiner Ansicht nach nicht.

Da ich mit meinen Recherchen praktisch ausschließlich im oberschwäbischen Raum unterwegs bin, habe ich mich der Forschergruppe Oberschwaben e. V. angeschlossen. Forschungsgegenstand ist also grob das Gebiet zwischen Donau im Norden, der Iller im Osten und dem Bodensee im Süden. Die Westgrenze ist ein wenig umscharf, manche zählen den Hegau und Teile des Hohenzollerischen Gebiets dazu, andere eher nicht.

Damit ist das Gebiet groß genug, um eher selten auf genealogische Verbindungen zwischen den einzelnen Mitgliedern zu stoßen. Es gibt sie in einigen Fällen, aber man muss auf jeden Fall Geduld mitbringen. Viel wichtiger ist die Kommunikation unter den Mitgliedern, denn schon manchmal hat ein Nebensatz neue Recherchemöglichkeiten ergeben.

Wesentlich ergiebiger waren aber die Kontakte, die sich durch meine Online Genealogie außerhalb des Vereins ergaben. Relativ wenige Personen mit konkreten Nachfragen stellten einerseits Fragen, die zu weiteren Recherchen in verschiedenen Familienzweigen führten. Andererseits gab es Hinweise und konkrete Informationen zu neuen Familienzweigen. Ohne meine Öffentlichkeit wäre das wahrscheinlich nicht möglich gewesen. Seltsame Verbindungen sind bisher ausgeblieben. Außerdem frage ich nie nach Gedcom-Dateien, auch wenn mir recht umfangreiche Informationen angeboten werden. Ich möchte die Quellen selbst lesen, bevor ich etwas übernehme. Im Einzelfall haben dann zwei Forscher Dasselbe recherchiert, aber drei Augen sehen meist mehr als zwei.

Also seid nett zu euren Kontakten und sucht nicht nur euren eigenen Vorteil. Auch eine Hilfestellung für Themen, die euch nicht direkt betreffen, aber für den Fragesteller wertvoll sind, machen das Netzwerken einfacher. Wer weiß heute schon, was man aus unerwarteter Ecke zurück erhält.

Independent Online Genealogy

Family researchers are a strange people. They often work quietly with paper and pencil without feeling the urge to publish. Others, on the other hand, like to take up the offers of commercial providers and hope to discover sensational connections. As described in a previous article, things can get strange instead of sensational.

Of course, there are also contemporaries who are working on the grand project of a family chronicle in book form. Usually this works quite well for one’s own progenitor and his descendants. However, the description of a broad family research with the descendants of all ancestor branches and with 10 or more generations will mostly fail. The question often arises whether one’s own family research is even complete. Usually it is never, and therefore the book manuscript will never be finished.

We can therefore only ever present a provisional status of our research and, due to uncertainty, refrain from a supposedly incomplete publication. I am also working on a family chronicle, but it is not treated as a priority. Because my complete genealogy is available online. With this I take a certain writing pressure away from the chronicle and can take care of more detailed projects. Nevertheless, the chronicle is not abandoned.

Now it’s time to share how my family research is accessible. On the one hand, the hyperlink can be found in the sidebar on the right in the second grey-shaded block from above. If you are in a hurry to see my results now, you are welcome to go there right away. The link opens a new tab or window, depending on how you have set your browser.

Networking

Traditionally, a researcher network is formed in associations. The more local the orientation of an association, the more likely one is to receive valuable information about one’s own family research. In most cases there are also experienced local historians in the associations who can competently help you with detailed information on local history. I deliberately use the term local historian to emphasise the competence of these persons. In my opinion, the word Heimatforscher does not convey this.

Since my research is almost exclusively in the Upper Swabian region, I joined the Forschungsgruppe Oberschwaben e. V. (Research Group Upper Swabia). The subject of research is thus roughly the area between the River Danube in the north, the River Iller in the east and Lake Constance in the south. The western border is a bit blurred, some include the Hegau and parts of the Hohenzollern area, others rather not.

This means that the area is large enough to rarely encounter genealogical links between the individual members. They do exist in some cases, but one must be patient in any case. Much more important is the communication between the members, because sometimes a subordinate clause has already revealed new research possibilities.

Much more fruitful were the contacts that resulted from my online genealogy outside the association. Relatively few people with specific interests asked questions that led to further research in different branches of the family. On the other hand they gave hints and specific information about new family branches. Without my publicity this would probably not have been possible. Strange connections have not yet been made. Furthermore I never ask for gedcom files, even if I got quite extensive information. I want to read the sources myself before I take over something. In individual cases, two researchers have researched the same thing, but three eyes usually see more than two.

So be nice to your contacts and don’t just look for your own advantage. Also a help for topics that do not concern you directly, but are valuable for the questioner, makes networking easier. Who knows today what you will get back from unexpected corners.

Mit netzwerkenden Grüßen / With networking greetings
Euer Micha