Agatha Singer

Besuch im Diözesanarchiv Rottenburg am 5. Juni 2014.

Bei den Vorfahren vor meiner Urgroßmutter Agatha Singer, geboren 1879, in Isny verheiratet 1900 mit Aurel Altvater, geboren 1867, ist es lange Zeit nicht voran gegangen. Als Dokument gab es lediglich den Antrag auf einen Ahnenpass für eine ihrer Töchter, der als Eltern von Agatha Konrad Singer und Genovefa Ochsenreiter auswies. Von den beiden habe ich ihre Geburts- und Sterbedaten und weiß, dass sie am 27. Mai 1872 in Isny geheiratet haben. Konrad Singer ist gemäß dem Ahnenpassantrag aus Steinbach nach Isny gezogen.

Steinbach gibt es allein in Baden-Württemberg mehrere. Ohne zusätzliche Angaben gab es da kein Weiterkommen. Von Isny etwa Luftlinie 25 km entfernt, knapp hinter der Grenze zu Bayern, liegt der Wallfahrtsort Maria Steinbach, der vor 1954 auch nur Steinbach hieß. Das klang sympatisch und ich traute meinen Vorfahren nur begrenzte Mobilität zu. Glücklicherweise habe ich mir die Arbeit erspart und bin dieser Geschichte nicht weiter nach gegangen.

Es muss bei meinem vorletzten Besuch im Archiv gewesen sein, also vor etwa eineinhalb Jahren, dass ich mir die Kirchenbücher von Isny noch einmal vorgenommen habe. Im Eintrag der Ehe von Konrad und Genovefa fand ich dann den entscheidenden Hinweis. Ein etwas bürokratisch veranlagter Pfarrer ergänzte Steinbach mit O/A Eßlingen. Gleichzeitig mit dieser Information erhielt ich auch die Namen von Konrads Eltern, Meinrad Singer und Karoline Mayer, ohne weitere Angaben.

Mit der Information über das Oberamt, das heißt nämlich O/A, war es nun ein Leichtes, das Genealogische Ortsverzeichnis mit seinen 261 Einträgen für Steinbach von Hand zu sichten. Es stellte sich heraus, dass die Gemeinde Steinbach 1938 in die Stadt Wernau eingegliedert wurde. Heute erinnert für Auswärtige, wie mich, fast nichts mehr daran, dass es dieses Steinbach je gegeben hat.

Es hat nun doch lange gedauert bis ich dieser Spur nachgegangen bin. Gestern war es dann soweit und ich fand im Diözesanarchiv überwiegend ausgezeichnet lesbare Mikrofilme vor. Der Vormittag hat genügt, die Singerlinie mit verbrieften Daten um drei Generationen zurück zu erweitern.

Wenn ich in dieser Linie weiter forschen will, muss ich wiederum einen Ortswechsel vornehmen. Der Ahnherr der Steinbacher Singers, Christian Singer, natürlich gibt es für ihn keine weiteren Angaben, stammt nämlich aus Wäschenbeuren. Hier dürfte es sich um einen einzigartigen Ortsnamen handeln. Bleibt nur noch, die nicht weiter kategorisierten Mikrofilme von Wäschenbeuren zu studieren. Überschlägig anhand der Anzahl der Mikrofiches mit je 40 Bildern könnten das etwa 4000 Seiten Material sein.

Ob der letzten Schätzung mit erschrockenem Gruß
euer Micha

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